Rebecca - im Meer bleibt nur der Schatten

Kino&Literatur

 

Bei Rebecca sind weder Buch noch Film ganz frisch aus der heutigen Zeit. Der Roman Rebecca von Daphne du Maurier wurde 1938 veröffentlicht und die gleichnamige Verfilmung, bei der Alfred Hitchcock Regie führte, erschien im Jahre 1940. Der Film ist sogar der erste von Hitchcock, der in Hollywood gedreht wurde. Das Buch war schon früher ein Renner und wurde schnell zum Erfolg, weshalb es auch so rasch nach der Veröffentlichung verfilmt wurde. Rebecca ist kein billiger und stilloser Roman, der von endlosen Schmalz-Szenarien geprägt ist. Wir haben es hier mit einem äußerst stilvollen und spannenden Roman zu tun, der ebenfalls Elemente eines Krimis und der Gothic Novel (Schauerliteratur) in sich trägt. Als ich die Verfilmung zum ersten Mal auf Arte sah, war ich positiv überrascht. Da ich schon damals wie heute ein Fan von alten Filmen und Büchern bin, war ich froh vor einigen Jahren diesen Film zufällig entdeckt zu haben. Ein Schwarzweißfilm (die ich im Übrigen sehr gerne mag), mit Eleganz und Protagonisten, die dem ganz entsprechen. Eine schüchterne Gesellschafterin (Joan Fontaine), die weder in Buch noch Film namentlich genannt wird (wie es z.B. auch bei Drive mit dem Protagonist war; http://www.oohcharlottecouture.com/2016/07/28/drive-mit-vollmanöver-in-eine-andere-welt/ ) ist gerade mit ihrer stumpfsinnigen und voll von sich überzeugten Arbeitgeberin Edythe Van Hopper (Florence Bates) in einem Hotel in Monte Carlo zu Gast. Dort treffen sie den wohlhabenden Maxim de Winter (Laurence Olivier), dem das riesige Anwesen Manderley in Cornwall gehört. Ein Jahr zuvor hatte er seine Frau Rebecca verloren, die angeblich beim Segeln umgekommen ist. Mrs. Van Hopper ist der Überzeugung, Maxim in und auswendig zu kennen und möchte mit ihm „nun vollauf zusammen sein“, während sie in Monte Carlo sind. Dass Maxim sie in Wahrheit gar nicht leiden kann und ihr mit sarkastischen und zynischen Bemerkungen daherkommt, scheint ihr durch ihren Stumpfsinn und ihr übermäßig aufbrausendes Selbstbewusstsein nicht ganz klar. Wenn sie so etwas Derartiges bemerkt, macht sie ihre junge Gesellschafterin dafür verantwortlich, da sie sich doch nicht in die Unterhaltungen mischen solle. Doch meistens ist es die junge Frau selber, die für Mrs. Van Hopper und ihr Gerede eine Art Fremdscham besitzt. Dies kann man auch in den entsprechenden Szenen im Film und am gesagten Wort im Buch (es handelt sich ja um einen Roman, der aus der Ich-Perspektive erzählt wird) deutlich erkennen. Doch Maxim und die hübsche Frau verlieben sich ineinander und verbringen fortan jegliche Zeit miteinander. Zart aneinander geschmiegt, sie im weißen bodenlangen Kleid (fast schon ein Hauch von Tüll), schweben sie tanzend über´s Parkett. Sie verliert sich ganz in seinen Armen und schließt vor lauter Genuss die Augen. Er merkt es und lächelt sie verliebt an. Etwas verschämt öffnet sie die Augen und lacht. Sie gehen zusammen zeichnen, er nimmt sie überall in seinem Auto mit; durch ganz Monte. Es ist bezaubernd! Eines Morgens erfährt die junge Gesellschafterin kurzfristig von Mrs. Van Hopper, dass der Tag der Abreise gekommen ist. Verzweifelt möchte sie unbedingt noch ihren Maxim erreichen, um sich von ihm zu verabschieden. Trotz, dass ihr Mrs. Van Hopper mit der schnellen Abreise im Nacken sitzt, da sie sonst den Zug versäumen würden, läuft die junge Frau durch das ganze Hotel. Schließlich geht sie in Maxim´s Zimmer und trifft ihn dort auch an. Völlig überraschend macht er seiner Angebeteten einen Heiratsantrag und möchte mit ihr auch zurück nach Manderley. Trotz dem unverschämten und schlecht machenden Reden von Mrs. Van Hopper gegenüber ihrer nun ehemaligen Gesellschafterin, Maxim würde sie nicht lieben, ist das Paar sehr glücklich und heiratet kurzfristig und ohne Schnick Schnack. Nach den Flitterwochen macht sich das frisch vermählte Paar auf den Weg nach Manderley. Der frisch verheirateten Braut ist sehr mulmig zumute und als die beiden das Anwesen betreten, kommt ihr alles sehr düster vor. Nicht zuletzt wegen dem grauen regnerischen Tage und der Volksversammlung des gesamten Personals (die Versammlung passt Maxim ganz und gar nicht: „Was is´n das für ´ne Volksversammlung hier?“, fragte er in einem sehr modernen Stil), die die Haushälterin Mrs. Danvers (Judith Anderson) einberufen hat. Die neue Mrs. de Winter fürchtet sich von Anfang an etwas vor der in Schwarz gekleideten Haushälterin und zittert anfangs in ihrer Gegenwart. Dazu merkt sie schnell, dass Mrs. Danvers die alte Mrs. de Winter, also Rebecca, abgöttisch verehrte und macht nun der neuen Mrs. de Winter durch viele unverschämte Handlungen klar, dass sie nie den Platz der hübschen Rebecca einnehmen könne und sie nie so schön, intelligent, begabt und geliebt sein könne, wie sie. Es wird der jungen Frau also von Anfang an schwer gemacht. Obwohl sie sich aber mit den anderen im Haus sehr gut zu verstehen scheint und gleich an ihrem zweiten Tag Maxim´s besten Freund Frank Crawley (Reginald Denny) und auch Maxim´s Schwester Beatrice (Gladys Cooper) und deren Mann Major Giles Lacy (Nigel Bruce) kennenlernt und sie sich mit diesen sehr gut versteht und sie sehr lieb zu ihr sind. Trotzdem steht ihr die Schüchternheit noch im Wege. Außerdem lassen sie auch die Zweifel nicht los, denn auch gegenüber Maxim fühlt sich die junge Frau immer mit Rebecca verglichen und glaubt, dass er sie immer noch liebt und er den Tod einfach nicht verkraften kann. Sie kann es nicht lassen und möchte mehr über Rebecca erfahren. Während sie Frank Crawley beim Frankieren der Briefe hilft, fragt sie ihn über die Umstände des Todes von der alten Mrs. de Winter aus. Sonst möchte nämlich eigentlich niemand in ganz Manderley darüber sprechen. Crawley erzählt ihr, dass Rebecca mit ihrem Segelboot auf dem Meer unterwegs war und nicht wieder zurückgekehrt sei. Nach dem Verschwinden Rebecca´s wurde in Edgecombe unter Wasser eine Leiche gefunden, die als Rebecca identifiziert wurde. Und dann möchte Maxim´s hübsche Frau noch wissen, wie ihre „Vorgängerin“ so war. Sie sei unbeschreiblich schön gewesen! Nachdem Mrs. Danvers der neuen Mrs. de Winter auf fatale und bedrängende Weise (auch noch in Rebecca´s altem Zimmer) erneut klar gemacht hat, wie toll Rebecca war und wie Maxim´s Frau der „unbeschreiblich schönen“ Rebecca nie das Wasser reichen könne, beschließt die junge Frau daraus Konsequenzen zu ziehen. Sie weist an, dass mit sofortiger Wirkung alle Sachen von Rebecca entfernt werden. Als Maxim aus London zurück kommt (er war kurzfristig dahin gefahren, da es am Abend vorher eine traurige Diskussion über´s Glücklichsein zwischen ihm und seiner Frau gegeben hatte), schließen sich die beiden wieder glücklich und voller Sehnsucht in die Arme. Außerdem schlägt sie ihm vor, wieder einen Maskenball zu veranstalten, damit die anderen merken, dass sich auch mit der neuen Herrin von Manderley nichts geändert hat. Nach einem kurzzeitigen Zweifel stimmt Maxim zu und ist gespannt darauf, welchen Kostüm seine Frau wählen wird. Dies soll nämlich eine Überraschung werden. Mrs. Danvers bringt sie auf die Idee sich das Kleid von „Lady Caroline“, eine von Maxim´s Vorfahren, deren Porträt in der Galerie hängt, machen zu lassen. Als sie das Kleid trägt und während dem Maskenball damit die Treppe nach unten schreitet, sind alle schockiert. Maxim wird sogar sehr wütend und befiehlt seiner Frau brüsk, sich sofort umzukleiden. Rebecca trug zum letzten Maskenball genau das gleiche Kleid! Entsetzt und wütend, aber auch verzweifelt, sucht Mrs. de Winter die Haushälterin auf. Sie stellt Mrs. Danvers zur Rede und diese will sie schließlich dazu bringen, sich aus dem Fenster von Rebecca´s Zimmer zu stürzen, da sie sich eh niemals mit Rebecca messen könne. Maxim´s Frau weint unter dem Druck von Mrs. Danvers ganz schrecklich und man hat das Gefühl, dass sie sich gleich wirklich hinausstürzt. Doch plötzlich bricht Trubel auf dem Grundstück auf. Die Nachricht über ein Schiff in Seenot in der Bucht von Manderley gerät in Umlauf und rettet der jungen Frau schließlich das Leben. Im Schiff wird schließlich die echte Leiche von Rebecca gefunden. Schließlich treffen sich Maxim und seine Frau unten im Bootshaus. Er wirkt sehr bedrückt und aufgelöst. Seine Frau denkt natürlich, dass er so aufgewühlt ist, weil ihn nun der Tod seiner Rebecca wieder so mitnimmt. Doch die Wahrheit ist eine ganz andere. Im Gespräch erzählt Maxim seiner Frau, dass er Rebecca nie liebte. Nein, gehasst hat er sie! Obwohl sie alle Menschen in ihren Bann zog und sie mit ihrer Schönheit und Intelligenz begeisterte, war sie in Wahrheit grausam und gefühllos. Nach der Hochzeit erst habe er gemerkt, was für eine schreckliche und verdorbene Person sie sei. Die beiden gingen eine Abmachung ein: Rebecca sollte aus Manderley eine Sehenswürdigkeit machen und die perfekte Haus- und Ehefrau geben, während Maxim sich nicht ihre Liebeleien einmische, solange sie es aber diskret halte. Rebecca sei oft nach London gereist, um sich ihren Lasten hinzugeben und hatte unter anderem eine Affäre mit Jack Favell (George Sanders), den Maxim´s neue Frau auf eine diskutable Weise kennenlernte, als ihr Mann doch in London war. Und irgendwann brachte Rebecca ihre Liebhaber auch mit nach Manderley ins Bootshaus. Schließlich fängt Maxim an zu erzählen, wie Rebecca wirklich gestorben ist. Eines Abends folgte Maxim ihr zum Bootshaus und stellte sie zur Rede. Rebecca wurde frech und aufsässig und deutete an, dass sie von einem anderen Mann schwanger sei. Maxim verlor die Nerven und schlug Rebecca. Mit einem hämischen Lachen ging sie rückwärts und fiel ungünstig auf einen Anker, sodass sie sofort reglos am Boden lag. Aus lauter Verzweiflung brachte Maxim den Leichnam seiner Frau ins Boot, bohrte Löcher hinein und brachte es zum Sinken. Maxim glaubt seine Frau verloren zu haben, nachdem er ihr alles über die Geschichte Rebecca´s erzählt hat und ihr seine Verwicklung darin deutlich gemacht hat. „Und nun schau´ mir in die Augen und sag´ mir, dass du mich noch liebst!“ Sie hält sehr lange inne, weshalb Maxim schon glaubt, dass seine Aufforderung im negativen Sinne beantwortet sei. Doch das, was sie fühlt, ist eine riesige Erleichterung. Endlich wird ihr klar, dass Maxim sie nie mit der von allen verehrten Rebecca verglichen hat, sondern dass er einfach nur durch schwere Gedanken geprägt war. Nachdem die richtige Leiche Rebecca´s also gefunden worden ist, werden natürlich auch neue Ermittlungen aufgenommen und die ganze Geschichte wird wieder aufgerollt. Eigentlich gehen alle davon aus, dass es Selbstmord gewesen sei, doch Jack Favell bezichtigt Maxim des Mordes an Rebecca. Und dann versucht er auch noch ihn zu erpressen. Bei den Befragungen aller einzelnen Personen, die mit Rebecca zu tun hatten, verliert Maxim die Nerven. Er ist so hibbelig und plötzlich kippt auch noch seine Frau um. Alle sind höchst besorgt, doch es geht ihr schnell wieder besser und eine Stunde später kann die Vernehmung fortgesetzt werden. Später stellt sich auch heraus, dass Rebecca wenige Tage vor ihrem Tod in London einen Arzt besucht hat. Dieser diagnostizierte Krebs im Endstadium und hätte bald sterben müssen. Außerdem stellt sich heraus, dass sie keine Kinder bekommen konnte. Dadurch wird die Theorie des Selbstmordes vom Gericht bestätigt und die Ermittlungen werden eingestellt. Jetzt könnte eigentlich alles gut sein, doch dann fackelt Mrs. Danvers in der Nacht der Verhandlung Manderley an. Zum Glück konnte sich Mrs. de Winter mit Hund Jasper noch retten. Mrs. Danvers steht wahnsinnig geworden und mit rollenden Augen im Schloss und blickt auf ihr „Meisterwerk“. Außerdem kommt sie während des Brandes im nun heruntergekommenen Manderley um. Im symbolischen Sinne brennt zum Schluss ein Kissen Rebecca´s mit dem großen R nieder, womit sie und ihr Schatten besiegt sind. Im Buch allerdings gibt es beim Ende einen Unterschied. Statt nur mit Frank kommt Maxim auch mit seiner Frau von der Verhandlung zurück. Die beiden wollen nun ein neues Leben auf Manderley beginnen. Sie hatten von Frank erfahren, dass Mrs. Danvers verschwunden sei. Wegen einer bösen Vorahnung brechen die drei sofort nach Hause auf. Kurz bevor sie ankommen, sehen sie, dass sich der Himmel rot gefärbt hat. Zu erst denkt die Erzählerin es sei nur Morgenröte, bis schließlich alle drei erkennen, dass Manderley lichterloh in Flammen steht.

 

 

 

Im Buch erfahren wir gleich am Anfang, welches Leben die Protagonisten, also die Eheleute de Winter, nach der Zerstörung Manderley´s führen. Nämlich leben sie in einem Hotel im südlichen Land. Die Ich-Erzählerin schildert, was die beiden dort den ganzen Tag tun und wie sie mit ihren Gefühlen umgehen, die sie nach der komischen Zeit in Cornwall hatten. Der Wahnsinn von Mrs. Danvers wird in Buch und Film exzellent ´rübergebracht. Im Film kommt sie um, doch im Buch trifft die Erzählerin eine Aussage, die dem wunderlich gegenübersteht. Nämlich sagt sie, dass sie sich frage, was Mrs. Danvers nun tut – sie und Favell. Im Film ist es eigentlich unmöglich dargestellt, dass sie noch leben könnte. Sie rettet sich ja nicht aus dem Schloss, sondern steht mit einem wahnsinnigen Blick nur da, was ja bei diesen lodernden Flammen ein Todesurteil ist.

 

 

 

Rebecca ist ein Meisterwerk, das auch sehr gut ins überwiegende Schema der anderen Filme Hitchcocks´s passt. Seine Filme tragen immer eine gewisse Mystik in sich, die sich verdammt gut mit einer Romanze oder mit einer märchenhaften Atmosphäre verträgt. Und er schaffte es immer, dass sich keine schmalzige oder gar geschmacklose Schnulze daraus entwickelte, sondern ein Klassiker. Die Filmkritiken für Rebecca (auch wenn leider nicht mehr viele aufzutreiben sind) sind für Hitchcock sehr positiv ausgefallen. Schade nur, dass er viele Kritiken wegen seines Todes im Jahre 1980 gar nicht mehr lesen konnte. Denn die Kritiken reichen bis in die 90er Jahre hinein. Dieser Film ist eben, wie aber auch das Buch, solch ein Klassiker, das man kaum drum herum kommt zumindest irgendwann mal davon zu hören. Immerhin war der Film für unzählige Oscars nominiert und bekam auch zwei Stück. Rebecca ist ein sehr anspruchsvoller Film. Damit meine ich nicht, dass es anstrengend ist ihn zu schauen, denn so ist es nicht. Aber der Hintergrund, der natürlich auch von psychologischer Natur ist, muss erst einmal ausreichend erforscht oder verstanden werden. Auf den ersten Blick fällt das vielleicht nicht gleich auf, aber je mehr man sich damit auseinandersetzt und darüber nachdenkt, desto mehr entdeckt man, was ausgedrückt werden soll. Wir alle haben eine Vergangenheit. In unserer aller Leben gab es schöne und nicht so schöne Momente. Haben wir nicht auch manchmal den Wunsch, wie ihn Maxim´s zweite Frau Mrs. de Winter hatte, besondere Momente wie einen Duft in verschiedenen Flaschen aufzubewahren. Und wenn man diese öffne, erlebe man den jeweiligen Moment noch einmal. Maxim findet diesen Gedanken anfangs sehr süß, was man an seinem Lächeln erkennen kann, doch plötzlich überfällt ihn wieder seine Vergangenheit. „Manchmal sind aber auch Dämonen in den kleinen Parfümflaschen. Sie überfallen einen immer dann, wenn man hofft, dass man sie vergessen hat.“ Man könnte also meinen, dass ihn selbst bei so schönen Momenten, wie bei dieser Autofahrt mit seinem Liebchen, die Vergangenheit einholt. Der Schatten seiner toten Frau und die Schuld, die er sich immer wieder vorwirft, sind riesig und können alles überwiegen, alles Gute aufheben. In einer neuen Ehe, in der beide aber eigentlich wirklich eine ehrliche und innige Liebe füreinander empfinden, ist solch ein Schatten natürlich eine echte Problematik. Was könnte also zwischen den beiden und auch zu Gunsten Maxims´s wirklich wieder zum Positiva führen? Die Wahrheit! Ehrlichkeit! Würde Maxim über seinen Schatten springen (welch schönes Wortspiel an dieser Stelle) und seiner Frau alles sagen, würde sie sich nicht gar so viele Gedanken machen und dem Frieden würde nicht ganz so viel im Wege stehen. Schließlich fühlte sie sich immer mit Rebecca verglichen und dachte, Maxim würde über den Tod nicht hinwegkommen. Zum Glück ist zwischen den beiden am Ende alles wieder gut. Wobei man im Buch das Gefühl nicht los wird, dass manchmal trotzdem noch immer ein gewisser Funken in der Luft liegt, der zwischen den beiden nicht hingehört. Jener, der die Atmosphäre deutlich stört. Natürlich hatte Maxim Angst. Angst davor verhaftet zu werden, dass ihm niemand glaubt, dass es tatsächlich ein Unfall war, aber auch vor seinen Dämonen, Träumen und Gefühlen. Vielleicht hatte er Angst zu lieben und zu vertrauen, aber bei seiner neuen Frau konnte er das wieder. Er konnte die Dämonen auch mal vergessen. Vielleicht, oder mit geraumer Sicherheit, war es die Angst sie zu verlieren, warum er ihr nicht die Wahrheit gesagt hat. Versetzen wir uns in ihn hinein, merken wir doch, dass es viel leichter ist Moral zu predigen als wirklich die Kraft zu haben seiner Liebe die Wahrheit zu sagen. Ist es nicht schon schwer genug ihr jene zu gestehen? Eben! Ehrlichkeit bereinigt uns, sie macht uns frei. Es kostet Überwindung, aber am Ende kommt die Wahrheit meistens sowieso ´raus, also warum lügen oder schweigen. Über das Happy End im Film kann man also glücklich sein, denn das negativ Geschehene wird nun mit dem neuen Leben wieder wett gemacht.

 

 

 

Rebecca ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Eine tolle Atmosphäre und genau richtig eingesetzte Protagonisten prägen ihn. Eleganz kombiniert mit Prunk und Schönheit, aber auch Liebe und Poesie. Und was mich ganz besonders in dieser Kombination erfreut, ist die Mystik. Trotz der Anmut und auch all dem Schönen, können einem die Handlungen einen eisigen Schauer über den Rücken jagen. Joan Fontaine und Laurence Olivier spielen ein gutaussehendes und sich liebendes Pärchen, bei dem sie eine kindliche und schüchterne Rolle hat. Außerdem macht die Figur eine Entwicklung durch. Anfangs ist sie ja noch richtig schüchtern, gehemmt und unsicher, aber am Ende ist sie doch, natürlich von den Geschehnissen geprägt, erwachsen geworden. Auch, wenn Maxim das nicht unbedingt wollte. Im Buch stand ein Satz von Maxim, der mich sehr erschüttert hat. „Kau´ nicht immer an den Nägeln! Bist eh schon hässlich genug.“, sagte er zu seiner jungen Frau. Ich sah den Film ja, bevor ich das Buch las. Und wer Joan Fontaine schon mal gesehen hat, weiß, dass diese bezaubernde Frau nicht hässlich ist. Klar, das Buch wurde vor dem Film geschrieben, aber ich hätte mir die Protagonistin so oder so nicht hässlich vorgestellt und auch nicht gedacht, dass Maxim so etwas Derartiges sagt. Angeblich soll Joan Fontaine die Schüchternheit nicht nur gespielt haben, sondern auch im echten Leben am Set gelebt haben. Der Grund dafür sei gewesen, dass alle, außer Hitchcock, sie nicht sonderlich leiden konnten. Sehr traurig, wenn man bedenkt, welch schönes Paar Fontaine und Olivier auf der Leinwand sind.

 

 

 

Das Leben ist nur ein wandelndes Schattenbild.“

 

-William Shakespeare

 


Rebecca - im Meer bleibt nur der Schatten

Autorin: Gianna Maria Frank


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