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Der HSV & der Abstieg in die 2. Liga - Warum Hamburg trotzdem immer meine Perle bleiben wird

Gerade ist es passiert und ich kann es eigentlich noch gar nicht richtig glauben: Der HSV ist abgestiegen! Auch wenn es für die meisten bereits vor diesem Match klar war, so ist es trotzdem ein harter Schlag & so ein kleiner Funken Hoffnung bestand bei manchen von uns ja doch noch. Eine Hoffnung, die heute leider endgültig vernichtet wurde. Der HSV hat gewonnen, aber doch verloren! Eine Uhr, die 54 Jahre und viele weitere Tage schlug, ist heute stehengeblieben. Ein sonst fröhlicher Dino Hermann hat heute allen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Und was geht nur gerade in den Spielern vor? In Lewis Holtby, in Aaron Hunt, in Nicolai Müller und in all den anderen, die es schaffen wollten und gekämpft haben? Oder in Trainer Christian Titz, der uns und den Spielern wieder neuen Mut machte? Es ist bitter! Manche von uns Fans - und so auch ich - versuchen sich wahrscheinlich gerade ein bisschen zu trösten: Ein Abstieg in die 2. Liga bringt auch Chancen, denn der Verein könnte sich berappeln und in der übernächsten Saison ein super Comeback hinlegen. Kommentare in dieser Art las ich vorhin bei Facebook relativ häufig und ich sehe das eigentlich genauso. Ich versuche mich ja selber damit zu trösten und versuche irgendwie, ein bisschen Optimismus an den Tag zu legen. Dennoch schmerzt das, was heute geschehen ist sehr. Ich hörte im Spiel bei Sky die Worte: Der Abstieg ist besiegelt! Und das war der Moment, in dem sich ganz leise - aus meinem Herzen heraus - eine Träne aus meinem Auge den Weg zum verdeckten Teil meines Herzens bahnte. Natürlich war es irgendwo klar, dass es geschehen würde. Es war heute nicht zum ersten Mal knapp, aber der Unterschied ist, dass der HSV es in den anderen Jahren geschafft hat. Und das war wahrscheinlich auch der Grund, warum ich und sicher auch viele andere hofften, dass es doch noch was wird. Aber wie Friedrich Nietzsche schon sagte, ist Hoffnung das Übelste der Übel, da es das Leiden der Menschen nur verlängert. 

 

Ich bin mir zu 100% sicher, dass es nun wieder Menschen geben wird, die nicht verstehen können, was das für uns Fans und für den gesamten Verein bedeutet. Diese werden es lächerlich finden, wenn einem deswegen Tränen aus den Augen kullern, wenn man einfach nur dasitzt und nichts dazu sagen kann. So ging es mir eine geschlagene halbe Stunde: Ich konnte mich weder aufregen noch mitteilen, wie weh das Ganze tut. Was ich allerdings mit am Traurigsten finde, sind manche Mitteilungen und Posts, die teilweise auf Facebook, Twitter etc. zu lesen sind. Da gibt es diese, die ihrem Verein weiterhin Rückhalt zusichern und ihnen mitteilen, dass sie bleiben werden und dass Liebe keine Liga kennt. Das sind wunderschöne Posts! Aber dann gibt es da noch die lächerlichen, traurigen, unfassbaren Worte, die manche für den HSV übrig haben. Es sind Wörter aus Hass, Neid & Missgunst! Nicht selten sind Beleidigungen, gerichtet an die Fans und die Spieler, zu finden. Ich finde sowas ganz schrecklich und unfassbar. Sowas gehört sich einfach nicht! Es kann jeder seine Meinung haben, aber die sollte nicht dermaßen unter der Gürtellinie zum Ausruck gebracht werden. Das ist ein Thema, über das ich schon viele Jahre stundenlang diskutieren könnte, weil mich das schon ein Stück weit in Rage bringt. Ich verfolge das ja immer so ein bisschen, was da geschrieben wird und es macht mich immer wieder sprachlos. Wenn der HSV den Abstieg schafft, wird er verhöhnt, wenn er ihn nicht schafft, dann auch und da reichen ja auch nur andere Ereignisse während der Saison, um gegen den HSV zu haten. Man hatte manchmal den Eindruck, dass wenn es keinen Grund gab, sich manche Leute einen gesucht haben. Dieses Haten gibts ja aber nicht nur gegen den HSV, sondern auch gegen ganz viele andere Vereine und ich werde das nie verstehen, wie man andere anfeinden kann, weil sie Fan eines bestimmten Vereins sind. Wo bleibt da die freie Entfaltung? Aber es ist ja so bequem Menschen zu treten, die sowieso schon am Boden liegen, nicht wahr? Sowas ist schwach und ich bin stolz auf alle HSVer, die sagen: Jetzt erst recht! 

 

 

Als HSV - Fan muss man seit vielen Jahren so einiges einstecken können. Auf die Antwort: Ich bin HSV - Fan, folgte oft nur ein mitleidiges Oh!. Wenn der HSV an manchen Wochenenden verloren hat, konnte man sich aber Montag morgens im Büro so einiges anhören. Da es wohl wirklich vielen so ging, erschien im Jahre 2017 eines Montagmorgens die MOPO Hamburg mit dem etwas selbstironischen Cover Ich möchte nicht drüber reden. Dieses konnte man sich ausschneiden und an den Arbeitsplatz hängen, damit auch ja alle die Klappe halten. Aber eins kann uns niemand nachsagen: Dass es langweilig ist, ein HSV - Fan zu sein. Es gab kein Spiel, das nicht erfüllt war von Emotionen, von Tränen, ob nun aus Freude oder Leid & von dem Support aus Jubel und Kreischen durch die Menschen aus dem Fan-Block. Es sind Menschen, die ihre Leidenschaft für den Fußball teilen und gemeinsam für ihren Verein stark sind. Ein Gefühl aus Zusammenhalt und eine super Stimmung machen sich breit. Nirgendwo anders habe ich das so erlebt. Ich bin stolz darauf ein HSV - Fan zu sein und stehe auch zu diesem Verein, wenn er am Boden liegt. Ich bin kein Erfolgsfan, auch wenn man relativ oft grundlos als solcher abgestempelt wird. Es hat viele Nerven gekostet, das stimmt. Ich denke da nur an die Relegation gegen Karlsruhe, in der ich so dermaßen mitfieberte, in der Emotionen überkochten und nach der ich es nicht glauben konnte, dass der HSV es wieder geschafft hat. Diese Saison hat es leider nicht zur Relegation und zum Klassenerhalt gereicht. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich hinter diesem Verein stehe. Jetzt erst recht! 

 

Ich bin im Herzen Hamburgerin und finde diese Stadt wunderschön. Ich lebe das! Und ich stehe zum HSV und zu Hamburg, in guten und in schlechten Zeiten! Ich werde noch tausende Male "Hamburg, meine Perle" mitsingen und anhören & die Raute wird für immer in meinem Herzen eingraviert sein. Ich werde immer wieder gerne an die schönen Zeiten mit dem HSV zurückdenken: An die Einkäufe im Fanshop, in dem ich meinen ersten Plüschdino und Schal gekauft habe; an die Stimmung und die tollen Zeiten in einem wunderschönen Stadion in der schönsten Stadt der Welt; sogar an die Tormusik von Heidi Kabel im Jahre 2011. Es waren sehr schöne Zeiten mit dem HSV und ich bin mir sicher, dass es noch ganz viele schöne Momente mit diesem tollen Verein geben wird!

 

Ich wünsche allen HSVern nur das beste!

 

Nur der HSV!